Quartierbezogenes Servicewohnen in Düsseldorf: Wohnen mit Zukunft?
- SalusMAX

- 27. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Düsseldorf steht vor einer Herausforderung
Wie wollen wir im Alter leben? Diese Frage bewegt viele Menschen in Düsseldorf – auch im Stadtbezirk 4, zu dem Oberkassel, Niederkassel, Heerdt und Lörick gehören. Schon heute
leben hier fast 9.500 Menschen über 65 Jahre (Statistikportal Düsseldorf 2023). Mit dem Eintritt der Babyboomer-Generation in den Ruhestand wird die Zahl in den kommenden Jahren deutlich steigen. Prognosen gehen davon aus, dass allein im Stadtbezirk 4 bis 2040 rund 20.000 altersgerechte Wohnplätze benötigt werden. Die SalusMAX Pflegeberatung &
Seniorenbegleitung, die hier seit Jahren fest im Quartier verwurzelt ist, hat die Bedarfe
analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Seniorinnen und Senioren wünschen sich Sicherheit,
bezahlbaren Wohnraum und die Möglichkeit, Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu bleiben – und zwar unabhängig davon, wie sich ihr Pflegebedarf entwickelt.
Was Servicewohnen bislang bedeutet – und warum das nicht reicht
Servicewohnen ist ursprünglich als Brücke zwischen selbstständigem Wohnen und
vollstationärer Pflege gedacht. Barrierefreie Wohnungen, Notrufsysteme, haustechnische
Services und optional buchbare Zusatzleistungen sollen Sicherheit und Komfort bieten. Doch die Realität zeigt eine Schwäche: Viele dieser Einrichtungen enden genau dann, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner sie am dringendsten brauchen. Spätestens bei höherem Pflegebedarf müssen sie oft doch in ein Pflegeheim umziehen. Für viele Senior:innen ist das der größte Schrecken: „Ich möchte nicht wieder alles aufgeben müssen, wenn es mir schlechter geht. Ich will hier bleiben.“
Die Quintessenz: Quartierbezogenes Servicewohnen muss mehr leisten
Die Analyse ist klar: Servicewohnen darf keine Zwischenstation sein. Ein modernes,
quartierbezogenes Konzept muss dafür sorgen, dass Menschen auch bei sehr hoher
Pflegebedürftigkeit in ihrer Serviceeinheit bleiben können. Das bedeutet: - Integration
ambulanter Pflege- und Betreuungsdienste direkt ins Quartier - Kooperationen mit
medizinischen, kulturellen und sozialen Angeboten - bauliche Standards, die auch bei schwerer Pflegebedürftigkeit geeignet sind - qualifiziertes Betreuungspersonal, das rund um die Uhr verfügbar ist Nur wenn diese Faktoren zusammenspielen, wird Servicewohnen zu einer echten Alternative – nicht zu einer Warteschleife auf den nächsten Umzug.
Was die Analyse für Düsseldorf-Stadtbezirk 4 zeigt
Die Untersuchung von SalusMAX bringt mehrere Schlüsselerkenntnisse: Demografischer
Druck: Der Anteil der über 80-Jährigen wird in Düsseldorf bis 2035 um fast ein Drittel steigen (Amt für Statistik Düsseldorf 2025). Besonders in Lörick und Niederkassel liegt der Altersquotient schon heute sehr hoch (Amt für Statistik Düsseldorf 2024). Versorgungslücken: Im Stadtbezirk 4 gibt es sechs stationäre Einrichtungen mit 386 Plätzen – viel zu wenig, um die künftige Nachfrage zu decken (Amt für Statistik und Wahlen 2023). Wohnortnähe zählt: Senior:innen wollen im Quartier bleiben, mit fußläufiger Nähe zu Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlicher Infrastruktur. Kosten als
Hürde: Hohe Immobilienpreise in Ober- und Niederkassel machen sozial verträgliche Angebote schwer. Ein Ausweichen auf angrenzende Gebiete wie Meerbusch-Büderich könnte hier eine sinnvolle Ergänzung sein (Stadt Meerbusch 2025).
Chancen, Risiken und die Rolle von SalusMAX
Die SWOT-Analyse zeigt: Die Chancen für quartierbezogenes Servicewohnen liegen in der
wachsenden Nachfrage und der politischen Förderung von ambulanten Konzepten. Risiken
entstehen durch die hohen Investitionskosten und die Gefahr, dass weniger innovative Anbieter die Entwicklung ausbremsen. SalusMAX übernimmt hier eine besondere Rolle: Als anerkannte Beratungsstelle der Pflegekassen in NRW beraten wir nicht nur Senior:innen und ihre Angehörigen, sondern analysieren Bedarfe vor Ort und bringen Akteure im Quartier zusammen.
Wir wissen, was die Menschen wollen, und übersetzen diese Wünsche in Konzepte, die
tragfähig sind.
Stimmen aus dem Quartier
„Ich möchte in meiner Wohnung bleiben, auch wenn ich einmal mehr Hilfe brauche.“ „Es ist mir wichtig, dass ich nicht allein bin – aber ich will auch nicht ins Heim.“ Solche Aussagen hören wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder. Sie machen deutlich: Senior:innen wollen keine Zwischenlösungen. Sie wollen ein Zuhause, das mit ihnen mit-wächst – egal, welche Unterstützung sie im Alter benötigen.
Ausblick: Wohnen im Alter neu denken
Die Zukunft des Wohnens im Alter entscheidet sich nicht in fernen Konzeptpapieren, sondern hier, in den Stadtteilen Düsseldorfs. Quartierbezogenes Servicewohnen ist der Schlüssel, um demografischen Wandel, soziale Teilhabe und individuelle Wünsche zusammenzubringen.
SalusMAX steht dafür, dass Senior:innen nicht einfach irgendwo untergebracht werden müssen, sondern in ihrem Quartier leben können – sicher, selbstbestimmt und auch dann, wenn der Pflegebedarf steigt. Denn eines ist sicher: Servicewohnen darf nicht die Zwischenstation vor dem Heim sein. Es muss das Zuhause bleiben – ein Leben lang.
Häufige Fragen (FAQ) zum Servicewohnen in Düsseldorf
Was unterscheidet Servicewohnen vom Pflegeheim?
Beim Servicewohnen leben die Bewohner eigenständig in barrierefreien Wohnungen und können Leistungen flexibel dazu buchen. Ein Pflegeheim ist dagegen stärker reglementiert und direkt auf Vollversorgung ausgelegt.
Welche Leistungen sind immer enthalten?
Zum Grundpaket gehören ein Hausnotruf, technische Hilfen, die Reinigung der Gemeinschaftsflächen sowie Beratungsangebote.
Ist Servicewohnen in Düsseldorf bezahlbar?
Die Preise sind stark vom Standort abhängig. Während in Oberkassel hohe Kosten anfallen, könnten angrenzende Gebiete wie z.B. Meerbusch-Büderich zukünftig attraktive Alternativen bieten. ohne weit vom gewohnten Quartier entfernt leben zu müssen.
Welche Rolle spielt SalusMAX?
Als unabhängige Beratungsstelle der Pflegekassen in NRW analysieren wir die Lage vor Ort sehr genau, beraten Senior:innen und Angehörige und bringen unsere Expertise in die Entwicklung neuer Konzepte ein.





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