Wie finde ich einen Pflegedienst der islamische Glaubensgrundsätze achtet und respektiert?
- SalusMAX

- 23. März
- 5 Min. Lesezeit
Einen Pflegedienst oder Pflegeberater zu finden, der islamische Glaubensgrundsätze wirklich kennt und respektiert, ist in Deutschland noch immer eine Herausforderung. SalusMAX in Düsseldorf hat sich auf kultursensible Pflegeberatung spezialisiert -- mit Kenntnissen zu Halal- Ernährung, Gebetszeiten, Geschlechterpräferenzen bei der Körperpflege, dem Umgang in der Sterbephase und der Einbindung der Familie. Nachfolgend finden Sie einen vollständigen Überblick über das, worauf es ankommt.

Warum kultursensible Pflege für muslimische Klienten wichtig ist
In Nordrhein-Westfalen leben etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Muslime, viele davon ältere Menschen der ersten Gastarbeitergeneration aus Ländern wie der Türkei, dem Irak, Syrien, dem Libanon und Marokko. Mit zunehmendem Alter steigt der Pflegebedarf, und dabei spielen religiöse und kulturelle Aspekte eine große Rolle.
In Düsseldorf sind besonders die Stadtteile Oberbilk, Flingern und Garath betroffen, da dort viele türkisch- und arabisch stämmige Menschen leben. Für diese Gemeinschaften ist es entscheidend, dass Pflegedienste ihre Werte und Bedürfnisse respektieren, um eine vertrauensvolle und würdevolle Betreuung zu gewährleisten.
Die wichtigsten islamische Glaubensgrundsätze in der Pflege
Geschlechtersensibilität bei der Körperpflege
Viele muslimische Klienten legen großen Wert darauf, dass die Körperpflege durch eine Pflegekraft des gleichen Geschlechts erfolgt. Das betrifft z.B. das Waschen, Ankleiden, die Wundversorgung und alle Tätigkeiten im Intimbereich. Für Frauen ist es besonders wichtig, dass keine männlichen Pflegekräfte diese Aufgaben übernehmen.
Ein Pflegedienst, der islamische Werte achtet, plant seine Einsätze so, dass diese Geschlechterpräferenz selbstverständlich eingehalten wird. Das bedeutet, dass bei der Dienstplanung immer darauf geachtet wird, dass weibliche Pflegekräfte Frauen betreuen und männliche Pflegekräfte Männer.
Gebetszeiten respektieren
Muslimische Klienten beten bis zu fünfmal täglich:
Gebet Tageszeit
Fajr Morgendämmerung
Dhuhr Mittag
Asr Nachmittag
Maghrib Sonnenuntergang
Isha Nacht
Pflegeeinsätze sollten so geplant werden, dass sie vor oder nach den Gebetszeiten stattfinden. Das gibt den Klienten die Möglichkeit, ihre Gebete ungestört zu verrichten. Ein kultursensibler Pflegedienst informiert sich über die genauen Gebetszeiten, die je nach Jahreszeit variieren können, und passt seine Abläufe entsprechend an.
Besonders das Freitagsgebet (Dhuhr am Freitag) hat für viele Muslime besondere Bedeutung. Vor dem Gebet ist die rituelle Waschung (Wudu) erforderlich. Pflegemaßnahmen sollten möglichst davor erfolgen -- damit die rituelle Reinheit erhalten bleibt.
Halal-Ernährung- auch bei Medikamenten
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle im islamischen Alltag. Logisch: Auch muslimische Senior:innen legen Wert auf Halal-zertifizierte Lebensmittel. Ein Pflegedienst, der islamische Werte kennt, sorgt dafür, dass die Mahlzeiten den religiösen Vorschriften entsprechen.
Das klingt einfach, hat aber im Pflegealltag Tücken:
Keine Schweinefleischprodukte
Kein Alkohol in Lebensmitteln und Lösungen ( z.B. Hustensäfte & Tinkturen)
Lebensmittel mit versteckten Zutaten: Z.B. Gelatine in Joghurt, manchen Desserts und Fertigprodukten und Weingummi.
Verwendung von Halal-zertifizierten Fleischprodukten (geschächtetes Fleisch)
Gelatinekapseln bei Medikamenten bestehen oft aus Schweinehaut. Arzt um alternative Darreichungsformen bitten
Respekt vor Fastenzeiten, z.B. auch im Ramadan
Pflegekräfte sollten auch auf individuelle Wünsche eingehen, etwa bei der Zubereitung von Speisen oder der Einhaltung von Fastenzeiten.
Ramadan -- besondere Anforderungen
Während des Ramadan fasten Muslime von vor der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Das hat Auswirkungen auf die Pflege:
Medikamentengabe: Fastende nehmen keine Medikamente tagsüber. Arzt informieren und gemeinsam besprechen. Fastende verzichten tagsüber auf die Einnahme von Medikamenten, sofern diese das Fasten brechen. Dabei ist zu beachten, dass nicht jedes Medikament das Fasten zwingend ungültig macht (z.B. Injektionen, Augentropfen etc.) Es ist daher wichtig, die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt zu informieren und die Einnahme gemeinsam zu besprechen.
Bei Krankheit gilt im Islam eine Ausnahmeregelung: Wer krank ist und durch das Fasten eine tatsächliche oder zu erwartende gesundheitliche Beeinträchtigung befürchten muss, ist von der Fastenpflicht befreit. Die versäumten Fastentage werden in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Nur bei chronischen Erkrankungen, bei denen keine Besserung zu erwarten ist, entfällt diese Pflicht dauerhaft.
·Schlaf- und Essensrhythmus: Verändert sich deutlich. Pflegeeinsätze anpassen.
·Körperliche Belastung: Vorsicht bei dehydrierten oder geschwächten Klienten.
Einbindung der Familie
In vielen muslimischen Familien ist Pflege eine Familienangelegenheit. Entscheidungen werden nicht allein getroffen – je nach kultureller Sozialisation hat die älteste Person der Familie oder das Familienoberhaupt ein entscheidendes Wort. Pflegeberater und Pflegedienste, die dies ignorieren, verlieren das Vertrauen der Familie.
SalusMAX führt bei Bedarf Familienkonferenzen durch -- auf Wunsch auch mit Übersetzern in türkischer oder arabischer Sprache.
Islamische Sterbebegleitung
In der Sterbephase gelten besondere Anforderungen:
Der Sterbende soll möglichst auf der rechten Seite mit dem Gesicht Richtung Kaaba (in Deutschland: Richtung Südosten) liegen
Das Glaubensbekenntnis (Schahada) soll dem Sterbenden behutsam vorgesprochen werden, ohne ihn zu drängen
Koran-Rezitation am Sterbebett ist erwünscht
Nach dem Tod: Islamische Totenwaschung in der Regel durch gleichgeschlechtliche Muslime (mit Ausnahmen, z.B. Ehepartner), Anschließend wir der Leichnam eingehüllt (kafan) und möglichst zeitnah bestattet
Pflegedienste und Pflegeberater müssen wissen, wen sie im Ernstfall zusätzlich kontaktieren -- islamischer Bestattungsverein, Moschee, Familie.
Wie finde ich einen passenden Pflegedienst?
Recherche und Empfehlungen
Beginnen Sie mit einer gezielten Suche nach Pflegediensten, die kultursensible Pflege anbieten. Empfehlungen aus der muslimischen Gemeinde, Moscheen oder Beratungsstellen können hilfreich sein. Fragen Sie gezielt nach Erfahrungen mit islamischen Klienten.
Fragen, die Sie stellen sollten
Werden Pflegekräfte nach Geschlecht zugeteilt?
Wie wird mit Gebetszeiten umgegangen?
Gibt es Kenntnisse zu Halal-Ernährung und Fastenzeiten?
Wie wird die Familie in die Pflege eingebunden?
Gibt es Erfahrung mit der Begleitung in der Sterbephase?
Besuch und persönliches Gespräch
Ein persönlicher Besuch beim Pflegedienst oder ein Beratungsgespräch gibt Aufschluss über die Sensibilität und Erfahrung.
Kultursensible Pflegeberatung nutzen
Organisationen wie SalusMAX in Düsseldorf bieten spezialisierte Beratung für muslimische Familien an. Dort erhalten Sie Unterstützung bei der Suche und Auswahl eines Pflegedienstes.
Was SalusMAX konkret anbietet
SalusMAX bietet kultursensible Pflegeberatung in Düsseldorf und ganz NRW:
Beratung auf Wunsch mit türkisch-/arabischsprachiger Unterstützung
Kenntnis islamischer Glaubensgrundsätze in der Versorgungsplanung
Vermittlung zu Pflegediensten mit Erfahrung in kultursensiblem Umgang
Netzwerk zu islamischen Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden in Düsseldorf
Einbeziehung der Familie als selbstverständlicher Teil des Beratungsprozesses
Praktische Tipps für den Alltag mit einem kultursensiblen Pflegedienst
Erstellen Sie eine Liste mit religiösen und kulturellen Bedürfnissen, die der Pflegedienst kennen sollte
Kommunizieren Sie offen mit den Pflegekräften über Wünsche und Grenzen
Planen Sie gemeinsam die Pflegezeiten so, dass Gebete und Rituale eingehalten werden können
Informieren Sie sich über lokale Angebote für muslimische Senior:innen, die ergänzend unterstützen können
Bleiben Sie im Austausch mit dem Pflegedienst, um Anpassungen bei Bedarf vorzunehmen
FAQ
Gibt es in Deutschland Pflegedienste die speziell für Muslime anbieten?
Spezialisierte Pflegedienste sind selten, aber es gibt sie. Wichtiger ist es, einen Pflegeberater zu finden, der kultursensibel plant und geeignete Dienste vermittelt.
Was mache ich wenn meine Mutter nur von einer Frau gepflegt werden möchte?
Das ist ein legitimes religiöses und kulturelles Bedürfnis. Kommunizieren Sie dies klar bei der Auswahl des Pflegedienstes. Ein guter Dienst plant dies in der Dienstplanung ein, oder lehnt von Beginn an ab, falls dies nicht umsetzbar ist. SalusMAX unterstützt bei der Auswahl eines Anbieters.
Dürfen Muslime im Krankenhaus halal essen?
Krankenhäuser sind verpflichtet, Rücksicht auf religiöse Ernährungsbedürfnisse zu nehmen. Fordern Sie dies aktiv ein -- viele Kliniken bieten halal- oder vegetarische Alternativen an.
Was tun wenn Gutachter/Pflegedienst/Anbieter kein Verständnis für religiöse Bedürfnisse zeigt?
Schildern Sie sachlich, wie sich religiöse Anforderungen auf den Pflegebedarf auswirken (z.B. Gebetszeiten, Körperpflege durch gleichgeschlechtliche Person). SalusMAX bereitet Sie auf dieses Gespräch vor.
Arbeitet SalusMAX mit islamischen Gemeinden zusammen?
Ja. SalusMAX pflegt Kontakt zu islamischen Gemeinden und Verbänden in NRW und kann als Brücke zwischen Familie, Gemeinde und dem deutschen Pflegesystem dienen.
SalusMAX -- kultursensible Pflegeberatung in Düsseldorf
Pflege die Ihre Werte kennt und respektiert -- das ist der Anspruch von SalusMAX. Wir beraten Sie bei vorhandenem Pflegegrad kostenlos, unabhängig und kulturkompetent.







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